Kinder brauchen Ferien – auch in diesem Jahr konnte der LJRMV Kindern und Jugendlichen aus benachteiligten Familien Ferienfreizeiten ermöglichen

28.10.2020

Mit dem Ferienfonds „Kinder brauchen Ferien“ bezuschusst der Landesjugendring MV gemeinsam mit dem Deutschen Kinderhilfswerk (DKHW) und der Stiftung Demokratische Jugend, Teilnahmegebühren für Ferienfahrten von Kindern und Jugendlichen aus benachteiligten Familien.  Die Kinder und Jugendlichen können im Falle einer Bezuschussung frei und selbstständig aus den bestehenden landesweiten Ferienangeboten wählen.

In diesem Jahr konnte in den Herbst- und Sommerferien mit einer Summe von rund 40.000 Euro 338 Kindern und Jugendlichen eine Ferienfreizeit in einem von 70 Projekten ermöglicht werden. Die Förderung betrug dabei bis zu 150 Euro pro Person. Die Kinder und Jugendlichen kamen dabei aus allen 8 Landkreisen in Mecklenburg-Vorpommern. Die meisten Anträge für eine Unterstützung durch „Kinder brauchen Ferien“ wurden in Ludwigslust-Parchim und Schwerin gestellt, dabei kam mit 215 Anträgen der Großteil der Anträge von Alleinerziehenden und benachteiligten Familien. 

„Es ist großartig, dass wir gemeinsam mit dem DKHW durch das Förderprogramm „Kinder brauchen Ferien“ wieder vielen Kindern in ganz Mecklenburg-Vorpommern die Teilnahme an Feriencamps, Freizeiten und Tagesprogrammen ermöglichen konnten. Die Förderung ist eine spürbare Entlastung für Alleinerziehende, Geringverdiener und sozial benachteiligte Familien, und wir werden diese Unterstützung auch im kommenden Jahr fortführen. Dies bedeutet aber nicht, dass das Land und der Bund von ihrer Pflicht freigestellt sind, allen Kindern eine Teilnahme an der Erholung in den Ferien durch entsprechende Angebote und ihre Finanzierung zu ermöglichen.“, so Markus von Jan, Vorstandsmitglied des LJRMV.

Die Neuauflage des Kinderferienfonds „Kinder brauchen Ferien“ weist auf eine Gerechtigkeitslücke hin: Jedem Kind in Mecklenburg-Vorpommern muss es möglich werden, in den Ferien wegzufahren oder einen selbstbestimmten und unbürokratischen Zugang zu außerschulischen Angeboten zu erhalten! Das darf genauso wenig nur vom Geldbeutel der Eltern abhängen wie Beteiligung und Teilhabe überhaupt. Insbesondere Kindern und Jugendlichen aus benachteiligten Familien bieten Ferienfreizeiten mit gleichaltrigen Kindern und Jugendlichen ein Stück Freiheit und die Möglichkeit in einem anderen Umfeld mit neuen Freunden über sich hinaus zu wachsen. Gerade für diese Kinder und Jugendlichen bieten Ferienfreizeiten die Möglichkeit, den oft schwierigen Alltag zu vergessen und ein Stück weit gleichberechtigtes, mitbestimmtes Aufwachsen unter Gleichen zu erleben, ohne Diskriminierungserfahrungen durch Armut und Herkunft. 

Die Vielzahl der Anträge in diesem Jahr zeigt, dass das Angebot von Ferienfreizeiten auch in Zeiten von Corona von immenser Wichtigkeit ist. Junge Menschen waren in den letzten Monaten besonders von den Einschränkungen des Alltags betroffen. Ihr Recht auf Spiel und Bildung, auf Beteiligung und Teilhabe wurde von heute auf morgen beschnitten und für viele Wochen außer Kraft gesetzt. Die Angebotsstrukturen von Kinder- und Jugendarbeit sind bis heute noch nicht wieder vollständig wiederhergestellt – Jugendreisen und Ferienfreizeiten können nur eingeschränkt durchgeführt werden. Dabei halten gerade Ferienfreizeiten mit Gleichaltrigen und Vertrauenspersonen außerhalb der Familie prägende Erfahrungen und Erlebnisse für junge Menschen bereit.  Die Corona-Pandemie wird uns noch eine Weile begleiten und es ist davon auszugehen, dass auch für Ferienfreizeiten im Jahr 2021 strengere Regeln gelten werden. Wichtig ist, dass Entscheidungsträger*innen jungen Menschen gerade in dieser schwierigen Zeit Freiräume in Form von Ferien- und Freizeitangeboten gewähren und auch im kommenden Jahr ermöglichen, wenn auch unter besonderen Bedingungen. Für Kinder und Jugendliche aus benachteiligten Familien in Mecklenburg-Vorpommern wird es im Jahr 2021 erneut Unterstützung aus dem Ferienfonds „Kinder brauchen Ferien“ geben.  

Die Pressemitteilung finden Sie hier: PDF