Gib mir fünf – Jugendarbeit in Mecklenburg-Vorpommern braucht mehr Aufmerksamkeit!

Landesjugendring fordert: Fünf Euro mehr vom Land pro Kopf der 10- bis 26-Jährigen für Jugendarbeit, Aktion am 04. September

Grafische Elemente zur Kampagne "Gib mir fünf!" des Landesjugendrings. Text in Rechteck und Kreis mit Hand als Symbol

Zu einer landesweiten Versammlung ruft der Landesjugendring Mecklenburg-Vorpommern alle Kinder und Jugendlichen, die aktiv Jugendarbeit in MV gestalten und nutzen, sowie alle Jugendarbeiter_innen auf, am 04. September 2019, 15:00 Uhr, in Schwerin auf dem Alten Garten vor dem Schloss, zu fordern, dass Jugendarbeit besser finanziert werden muss!

„Die Landesregierung hat einen Haushaltsentwurf für 2020/21 vorgelegt, der im Bereich der Finanzierung der Jugendarbeit deutlich zu schwach ist! Am 04.09. beginnen die Haushaltsverhandlungen im Landtag. Wir fordern gemeinsam mit Kindern, Jugendlichen und Jugendarbeitern aus allen Teilen des Landes mehr Geld für die Jugendarbeit!“, sagte Friedhelm Heibrock, Geschäftsführer des Landesjugendrings und Vorsitzender des Landesjugendhilfeausschusses am Vortag des Jugendhilfekongresses des Landes in Schwerin.

„Nach unserer Rechnung und Erfahrung müssen jetzt mindestens fünf Euro mehr pro Kopf der 10- bis 26-Jährigen gegenüber 2019 im neuen Doppelhaushalt 2020/21 stehen. Fünf Euro mehr für die Kommunalverträge (d. h. statt 5,11 € dann mindestens 10 €) und fünf Euro mehr für den Landesjugendplan (d. h. statt 10,22 € dann mindestens 15 €). In den darauffolgenden Jahren muss dann die Jugendförderung um 3,7 Prozent jährlich ansteigen, um höhere Sach- und Personalkosten auffangen zu können. Kindern und Jugendlichen wird gerade der Raum für eine gemeinsame, selbstbestimmte Freizeitgestaltung genommen; die Fachkräfte leiden unter Arbeitsdruck, unsicheren Zukunftsaussichten und mangelnder Wertschätzung. Es wird höchste Zeit für das Land zu handeln!“, ergänzt der 65-Jährige.

Hintergrund
Die Situation der Kinder- und Jugendarbeit in Mecklenburg-Vorpommern hat sich in den letzten Jahren drastisch verschlechtert. Einrichtungen wurden geschlossen oder Schließungen stehen bevor. Steigerungen im Bereich der Sach- und Personalkosten konnten nicht mehr aufgefangen werden. Der Landesjugendplan ist erschöpft. Damit in Landesjugendverbänden die hauptamtlichen Mitarbeiter_innen tariflich entlohnt werden können, fehlen aktuell schon 300.000 Euro.

Die Landesmittel für die Kommunen (Kommunalverträge) und die Richtlinien zum Landesjugendplan sind seit 1998 nicht erhöht worden und sanken, da an der jeweilig aktuellen Zahl der 10- bis 26-Jährigen bemessen, in den Keller. Leichte Anhebungen der Mittel im derzeitigen Landeshaushalt haben keine nennenswerte Verbesserung gebracht und auch der Entwurf des Landeshaushaltes 2020/21 weist nur Anhebungen der Mittel nach, die als „Tropfen auf den heißen Stein“ (Heibrock) zu bezeichnen sind.


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